Kita und Kirchturm
Jesus stellt einfach ein Kind in die Mitte. Die Erwachsenen diskutieren lebhaft, wer von ihnen der Wichtigste ist, wer Gott ganz nah ist. Jesus schaut und hört sich das an – und stellt ein Kind in die Mitte. Er macht es zum Maßstab für das Reich Gottes.
Kurz danach wird Jesus konkret. Als Mütter Kinder zu ihm bringen wollten stellten sich die Jünger in den Weg. Jesus schob sie beiseite und rief die Kinder zu sich. Und dann segnete er sie.
In beiden Geschichten erklärt Jesus: So wie ihr die Kinder aufnehmt, nehmt ihr mich auf. Sie sind Maßstab und Vorbild für euer Vertrauen in Gott.
Viele hunderte Jahre später waren diese Erzählungen Schlüsseltexte, dass in kirchliche Kitas entstanden sind. Und gleichzeitig sind sie Schlüsselerzählungen, wie Kinder in unseren Gemeinden ihren Glauben entdecken und leben können.
Kinder sind Kirche
Die gute Nachricht von der Liebe Gottes zu allen Menschen kommt durch Menschen in die Welt. Im Hören und Erleben geschieht das an ganz verschiedenen Orten.
In der Kita erreichen wir an vielen Tagen im Jahr die Jüngsten unserer Welt. Da lebt Kirche.
Die Mitarbeitenden leben und vermitteln in ihrer Haltung und ihrem Tun das christliche Menschenbild. Dafür brauchen sie Begleitung.
- Kein Kind und kein Mensch, soll in der Kirche jedwede Form von Gewalt erfahren müssen.
- Als Erwachsene haben wir Sorge zu tragen, dass Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen sichere Räume sind. Dazu gehört auch eine kritische Überprüfung von Darstellung und Inszenierung von Kindern in Kunst (insbesondere der Kindersegnung!) und Kinderbibeln
- In der Kita wird Gemeinschaft gelebt und das Evangelium verkündet. Kinder erfahren: Ich bin von Gott angenommen, einfach weil ich bin. Das erleben sie zusammen mit Erwachsene zu Zeiten, in Räumen und in einer Sprache, die ihnen entsprechen.
- Kinder haben ein Recht auf ihre eigene Kirche. Sie haben das Recht, Gottesdienste in ihrer Sprache und auf ihrer Augenhöhe zu gestalten und zu erleben.
- Kinder sind in ihrem Tempo unterwegs. Manchmal verweilen sie sehr lange bei einer Sache und manchmal springen sie von Punkt zu Punkt. Kinder haben das Recht, Religion, Glaube, Kirche, in ihrem Tempo zu erleben.
- Die Erwachsenen haben die Aufgabe, diese Zeiträume vorzubereiten und dann die Kinder zu begleiten.
- In der Kita kommen Kinder aus unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Familientraditionen zusammen. Interkulturelles und interreligiöses Leben ist allgegenwärtig.
- Kinder haben ein Recht, ihre Familienreligion kennen zu lernen und sich über weitere Religionen zu informieren.
- In der Kita lernen Kinder Partizipation und Demokratie kennen. Sie üben die Prozesse ein und erleben sich von Anfang an als selbstwirksam.
- Gleichzeitig lernen sie, Kompromisse zu schließen und mit demokratisch bedingten Abstimmungsniederlagen umzugehen.
- Mehrere Gelegenheiten im Jahreslauf bieten sich an, Kinder zu segnen, wenn sie es wollen, z.B. am Beginn des Kitajahres, zum Geburtstag, beim Übergang in die Schule, bei der Einschulung.
- Auch Erwachsene, die für Kinder verantwortlich sind, können eine persönliche Segnung erfahren.
Kontakt
Arbeitsbereich Kindertageseinrichtungen
05331 802-538
05331 802-700
arbeitsbereich-kita(at)lk-bs(~dot~)de
Dietrich-Bonhoeffer-Straße 1
38300 Wolfenbüttel
